Dein Hund zieht zuverlässig, die Grundkommandos sitzen und ihr könnt andere Teams kontrolliert überholen? Dann ist vielleicht der erste Canicross-Wettkampf der nächste Schritt. Ein Rennen ist aber mehr als „dieselbe Trainingsrunde mit Startnummer“: Startbereich, andere Hunde, Überholmanöver und Nervosität verändern die Situation deutlich.
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Wann ist ein Team bereit für den ersten Wettkampf?
Bevor du meldest, sollten einige Dinge im Training zuverlässig funktionieren:
- dein Hund zieht freiwillig und bleibt motiviert,
- Start- und Stoppsignal funktionieren,
- rechts und links sind ausreichend sicher,
- ihr könnt andere Teams überholen,
- ihr könnt selbst überholt werden, ohne komplett die Kontrolle zu verlieren,
- die geplante Rennbelastung liegt innerhalb dessen, was ihr trainiert habt.
Wenn diese Grundlagen noch fehlen, arbeite zuerst mit Teil 2: Canicross Training aufbauen weiter.
Canicross-Rennen in der Schweiz: Reglement vorher lesen
Veranstaltungen können eigene organisatorische Vorgaben haben. Zusätzlich gibt es Verbandsreglemente. Prüfe deshalb vor jedem Rennen die aktuelle Ausschreibung und das gültige Reglement.
Im aktuell auffindbaren Rennreglement des Schweizerischen Canicross Verbands mit Stand 19. Januar 2025 ist beispielsweise festgehalten, dass Hunde während der gesamten Veranstaltung auf dem Veranstaltungsgelände an der Leine zu führen sind.
Das Reglement enthält ausserdem Temperaturvorgaben. Unter anderem:
- Über 25 °C kann ein gemeldetes Canicross-/Canimarche-Team auf den Start verzichten, wenn der Hund die Hitze nach Einschätzung des Teilnehmers nicht verträgt.
- Bei über 30 °C muss der Organisator die Veranstaltung absagen oder die Startzeiten entsprechend ändern.
Diese Angaben beziehen sich ausdrücklich auf das genannte Reglement. Prüfe vor deinem Rennen immer, ob inzwischen eine neuere Version veröffentlicht wurde.
Aktuelle Informationen findest du beim Schweizerischen Canicross Verband.
Wettkampfausrüstung vorher festlegen
Am Renntag solltest du nicht spontan auf ein neues Geschirr oder eine andere Leine wechseln.
Nutze nur Ausrüstung, die ihr im Training bereits kennt:
- passendes Zuggeschirr,
- elastische Canicross-Leine,
- eingestellter Laufgurt,
- Schuhe, mit denen du auf vergleichbarem Untergrund gelaufen bist.
Unsere Grundausstattung erklären wir unter Canicross-Ausrüstung für Anfänger.
Startbereich und Line-out trainieren
Viele Hunde sind am Start deutlich aufgeregter als im normalen Training. Andere Hunde bellen, Menschen laufen herum und plötzlich steht dein Hund in einer gespannten Leine neben mehreren motivierten Teams.
Trainiere deshalb eine einfache Startroutine:
- Hund ruhig zum Startbereich führen.
- Zugleine entwirren und kontrollieren.
- Hund vor dir ausrichten.
- kurzes Wartesignal,
- klares Startsignal.
Non-stop dogwear nennt Line-out-Training ausdrücklich als sinnvolle Grundlage für Teams, die später an Wettkämpfen teilnehmen möchten.
Start nicht mit maximalem Chaos verknüpfen
Wenn dein Hund im Startbereich stark hochfährt, kann es sinnvoll sein, Warm-up und Vorbereitung etwas abseits durchzuführen und erst näher an den Start zu gehen, wenn ihr an der Reihe seid.
Das Ziel ist nicht maximale Aufregung – sondern fokussierte Motivation.
Überholen und überholt werden
Auf einer Rennstrecke wirst du möglicherweise andere Teams passieren oder selbst überholt werden.
Beides solltest du vorher trainieren.
Überholen
- frühzeitig dein Weiter-Signal geben,
- möglichst klar und kontrolliert vorbeigehen,
- nach dem Überholen nicht sofort quer vor das andere Team ziehen.
Überholt werden
- eigenen Hund kontrollieren,
- dem anderen Team Platz lassen,
- nicht in ein spontanes Rennen verfallen, wenn dein Hund sich mitziehen lässt.
Das Kommando „On by“ wird häufig verwendet, um an Ablenkungen oder anderen Teams vorbeizulaufen.
Tempo: Das Rennen nicht auf den ersten 300 Metern verlieren
Ein hochmotivierter Hund kann am Start sehr viel Geschwindigkeit entwickeln. Als Läufer musst du trotzdem kontrolliert bleiben.
Für den ersten Wettkampf ist es sinnvoller, in einem Tempo zu starten, das du technisch kontrollieren kannst, als die ersten Minuten komplett zu überziehen.
Trainiere deshalb vor dem Rennen auch Tempowechsel:
- schneller starten und bewusst beruhigen,
- nach einer Kurve wieder beschleunigen,
- mit „Easy“ oder deinem eigenen Signal Tempo herausnehmen.
Die Woche vor dem ersten Rennen
Eine Woche vor dem Rennen musst du keine neue Fitness mehr erzwingen. Was bis dahin nicht trainiert ist, wird durch eine harte letzte Einheit nicht plötzlich besser.
Stattdessen:
- keine neue Ausrüstung testen,
- keine ungewöhnlich lange Belastung einbauen,
- Grundkommandos kurz auffrischen,
- Ausrüstung kontrollieren,
- Hund ausreichend erholen lassen.
Das aktuell auffindbare Non-stop-dogwear-Material zur Wettkampfvorbereitung betont ebenfalls ein sauberes Warm-up und eine ruhige Vorbereitung am Renntag.
Was am Vorabend in die Tasche gehört
- Zuggeschirr
- Bungee-Leine
- Laufgurt
- Laufschuhe
- Wasser + Napf
- Kotbeutel
- Handtuch
- kleines Erste-Hilfe-Set
- Pfotenschutz, falls Strecke/Untergrund das sinnvoll machen
- Startunterlagen / Veranstaltungsinformationen
Am Renntag
Früh genug ankommen
Plane Zeit für Parkplatz, Startnummer, Hund lösen lassen und Streckeninformationen ein. Hektik überträgt sich schnell auf den Hund.
Streckeninformationen lesen
Wo sind enge Passagen? Gibt es Wasserstellen? Wo befindet sich Start und Ziel? Welche Überholregeln nennt der Veranstalter?
Warm-up
Beginne mit lockerer Bewegung und steigere die Intensität vor dem Start schrittweise. Direkt aus dem Stillstand maximal loszusprinten ist keine sinnvolle Vorbereitung.
Hund beobachten
Ein bezahlter Startplatz ist kein Grund, einen Hund laufen zu lassen, der an diesem Tag nicht fit wirkt.
Wenn dein Hund ungewöhnlich erschöpft, lahm oder gesundheitlich auffällig ist, startest du nicht.
Nach dem Zieleinlauf
Der Lauf ist im Ziel nicht sofort vorbei.
- Hund aus dem Start-/Zielchaos herausführen,
- ruhig auslaufen beziehungsweise gehen,
- Wasser anbieten,
- Pfoten und Gangbild prüfen,
- Ausrüstung auf Scheuerstellen kontrollieren.
Wenn dein Hund sehr aufgedreht ist, braucht er oft zuerst etwas Ruhe, bevor er sich wirklich entspannen kann.
Regeneration zwischen zwei Renntagen
Bei Veranstaltungen über mehrere Tage solltest du den zweiten Start nicht automatisch genauso behandeln wie den ersten. Beobachte, wie dein Hund den ersten Lauf verarbeitet hat.
Motivation, Bewegungsqualität und Erholung sind wichtiger als die Tatsache, dass bereits eine Startnummer bezahlt wurde.
Welche Ausrüstung für den ersten Wettkampf?
Für die meisten Teams ist ein bewährtes Setup sinnvoll:
- Freemotion Harness 5.0 oder ein anderes gut passendes Zuggeschirr,
- Bungee Leash 2 m,
- CaniX Belt 2.0 oder ein passender Canicross-Gurt.
Wenn du zwischen Gurtmodellen schwankst: Hundegurt-Vergleich.
Der erste Wettkampf muss nicht perfekt sein
Vielleicht verpasst ihr eine Kurve. Vielleicht interessiert sich dein Hund kurz für ein anderes Team. Vielleicht läuft ihr langsamer als im Training.
Das ist völlig in Ordnung.
Der erste Wettkampf zeigt dir vor allem, welche Situationen ihr als Nächstes gezielt trainieren könnt.
Noch vor dem ersten Rennen?
Unsere Canicross-Seite bündelt Geschirre, Zugleinen, Laufgurte und Startersets.
Die komplette Canicross-Serie
- Teil 1: Canicross starten
- Teil 2: Canicross Training aufbauen
- Canicross-Ausrüstung für Anfänger
- Canicross-Geschirr auswählen